Keller Unternehmensberatung Schweiz
Einführung der Kostenträgerrechnung am Zuger Kantonsspital

Die Einführung der Kostenträgerrechnung (KTR) in Spitälern hat durch die VKL[1] eine neue Dynamik erhalten. So fordert z.B. die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die Umsetzung der KTR in allen subventionierten Spitälern im Laufe des Jahres 2004.

Die Keller Unternehmensberatung AG hat sich schon sehr früh mit dem betrieblichen Rechnungswesen in Spitälern befasst und war sowohl bei der Definition der „Standards der Kostenträgerrechnung im Spital“[2] wir bei der Redaktion von „Einführung der Kostenträgerrechnung, Ein Handbuch“[3] wesentlich mitbeteiligt.

Heute begleitet sie verschiedene Spitäler bei der Einführung.

Das Zuger Kantonsspital hat sich schon früh dafür entschieden, Transparenz in die Kosten der einzelnen Spitalfälle zu bringen. Im Jahre 2000 erhielten wir den Auftrag, eine Leistungscenter-Rechnung aufzubauen, welche Auskunft über die Deckungsbeiträge der verschiedenen Versicherungsklassen gibt. Die bestehende Kostenstellenrechnung wurde daraufhin überarbeitet und die internen Abläufe so angepasst, dass heute sauber abgegrenzte Quartalsabschlüsse auf Ebene Kostenstellen und Leistungscenter wichtige Management-Informationen liefern. Die Anforderungen der Leistungscenterrechnung konnten damals vom bestehenden Spitaladministrations-System OPALE nicht genügend abgebildet werden. So wurde für das betriebliche Rechnungswesen ein durch uns vertriebenes, deutsches Softwareprodukt installiert.

Im Jahre 2002 wurde dann die Detailkonzeption der Nachkalkulation erarbeitet und umgesetzt. Dabei mussten verschiedene Informatiksysteme (siehe untenstehende Grafik) miteinander über Schnittstellen verbunden werden. Für jede Kostenkomponente wurde eine Bezugsgrösse und deren Herkunft definiert. Der Auftrag war, möglichst viele Umlage- und Verrechnungsschlüssel automatisch zu berechnen. Jede Kostenstelle mit einem Fallbezug wird in der Kostenträgerrechnung direkt auf den einzelnen Patientenfall verrechnet. In der Kostenstellenrechnung werden Hilfs- und Vorkostenstellen aber weiterhin umgelegt. Dies geschieht über sogenannte statistische Buchungen. Die Fälle können über die Fallmerkmale verdichtet ausgewertet werden.

 

Beispiel eines Datenflussschemas für die Kostenträgerrechnung

Das Projekt konnte im Zeitplan erfolgreich abgeschlossen werden. Das Zuger Kantonsspital ist heute in der Lage, innert Kürze zu ermitteln, wie viel  eine einzelne Fallgruppe (DRG) kostet, wie viel Über- und Unterdeckungen von einzelnen  Gruppen erzielt werden usw. und verfügt damit über ein modernstes betriebswirtschaftliches Instrumentarium.

[1] Verordnung über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler und Pflegeheime in der Krankenversicherung

[2] Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Projekt LORAS, Publik 4, Zürich, 1999

[3] Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Zürich, 2002

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