Tarifierungsmodell für die stationäre Langzeitpflege

Im Kanton Zug ist die Langzeitpflege eine Gemeindeaufgabe. Das Zuger Spitalgesetz verpflichtet alle elf Zuger Einwohnergemeinden in der Langzeitversorgung für ein einheitliches Taxberechnungsmodell zu sorgen. Dabei sind neben der Pflegetaxe auch die Betreuungs- und Pensionstaxe nach einheitlichen Berechnungsmodellen zu tarifieren.

Zur Erarbeitung eines einheitlichen Tarifierungsmodells – genannt Taxtool 2016 – setzten die Zuger Gemeinden eine Arbeitsgruppe ein. Diese bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der Zuger Gemeinden und Curaviva Zug. Geleitet wurden die Projektarbeiten durch Frau Käty Hofer, Sozialvorsteherin der Gemeinde Hünenberg (vgl. auch Interview). Die Keller Unternehmensberatung AG führt im Auftrag der Zuger Gemeinden die Fachstelle Langzeitpflege und begleitete die Arbeitsgruppe in fachlichen Fragen und im Projektmanagement.

Der Start der Projektarbeiten erfolgte im November 2013. Per Juni 2015 steht das neu erarbeitete Instrument - genehmigt durch die Zuger Gemeinden - für die Berechnung und Vereinbarung der Tarife 2016 zum Einsatz bereit. Auch die Anwenderinnen und Anwender in Alters- und Pflegeheimen und Gemeindeverwaltungen sind im Einsatz des neuen Tarifierungsinstruments geschult worden.

Im Zuger Taxtool wird die Berechnung der Pflegetaxe auf der Basis des Pflegestellenplans vorgenommen. Grundlage dazu sind die für das kommende Jahr erwarteten Budgetzahlen. Ausgehend vom erwarteten Bedarf an Pflegeminuten und zusätzlich angerechneten Stellenprozente für Führung, Qualitätsmanagement, Nachtwache und allenfalls betriebsspezifischen Aufwendungen wird der für die KVG-Pflege notwendige Stellenbedarf errechnet. Die damit verbundenen Personalkosten sowie die Zusatzkosten für Fort- und Weiterbildung, Personalnebenkosten und Kostenanteile für Verwaltung und Anlagenutzungskosten ergeben die KVG-relevanten Pflegekosten bzw. die damit verbundenen Tarife je Pflegestufe.

Die Betreuungskosten sind gesetzlich nicht eigentlich definiert. Sie werden im Kanton Zug wie folgt ermittelt: Von den gesamten budgetierten Personalkosten des Pflegepersonals (Pflege-, Betreuungs- und Aktivierungspersonal) werden die direkt ermittelten KVG-Pflegelohnkosten in Abzug gebracht. Daraus errechnen sich die durchschnittlichen Betreuungskosten pro Aufenthaltstag und Pflegestufe. Im Kanton Zug wird pro Pflegeheim eine einheitliche Betreuungstaxe über alle zwölf Pflegestufe verrechnet.

Die Pensionstaxe umfasst die Kosten für Unterkunft, Vollpension, Besorgung der persönlichen Wäsche sowie für die Teilnahme an Anlässen, die im Pflegeheim angeboten werden. Wie bei der Berechnung der KVG-Pflegekosten erfolgt die Kalkulation der Pensionskosten über den budgetierten Stellenplan für Verwaltung, Verpflegung, Hausdienst und Technischen Dienst sowie den budgetierten Sachkosten. Die kalkulatorischen Abschreibungen und Zinsen werden gemäss den Empfehlungen von Curaviva CH berechnet. Die Kalkulation der Pensionstaxe orientiert sich somit an den Vollkosten. Den Gemeinden wird empfohlen, vollkostenorientierte Tarife mit den Leistungserbringern zu vereinbaren.

Artikel als PDF

Interview mit Käty Hofer

Vorsteherin Soziales und Gesundheit, Gemeinde Hünenberg;
Vorsitz Arbeitsgruppe Taxtool 2016

Zum Interview...

Schwierige Bemessung der Betreuungsleistung

Einschätzung von Dr. Othmar Hausheer, 
Keller Unternehmensberatung AG

Die Regelungen für die Berechnung der Mindeststellenpläne für Pflege und Betreuung sehen in vielen Kantonen für die Betreuungsleistung eine pauschale Anrechnung auf der Basis des notwendigen Zeitaufwandes gemäss Einstufung für die KVG-pflichtigen Pflegeleistungen vor. So sieht z.B. der „Mindeststellenplan Pflege und Betreuung im stationären…"

Weiterlesen...

Keller Unternehmensberatung AG

Unsere Beraterinnen und Berater verfügen alle über eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung sowie eigene Branchenerfahrung. Zahlreiche Projekte und Beratungsaufträge entwickeln unser Know-how und unsere Kompetenz kontinuierlich weiter. Wir verfolgen zudem die Entwicklungen der Branche, um frühzeitig neue Trends und Anforderungen aufnehmen zu können.

Qualität für unsere Kunden

Die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser oberstes Ziel. Wir legen Wert auf eine hohe Qualität unserer Beratungsleistungen und Produkte. Unsere Firma ist seit über 10 Jahren ISO-zertifiziert und arbeitet ständig daran, ihre Prozesse und Beratungsleistungen weiter zu verbessern.

Unternehmensstrategie systematisch gestalten

Die Erarbeitung einer nachhaltigen Strategie ist unabdingbar, wenn sich das Unternehmen nicht zufallsgetrieben entwickeln soll. Eine transparente Ausgangslage, ergänzt z.B. durch eine Einschätzung durch die VR- und GL-Mitglieder mit einer Online-Umfrage, bildet die Basis für die folgende kreative Entwicklungsarbeit.

Wirkungsvolle Unternehmenssteuerung

Die Etablierung eines zeitgemässen Budgetprozesses, der Aufbau eines etwas bewegendes Controllings und Reportings gehören zu den Basisinstrumenten der finanziellen Führung. Verschiedene anerkannte Instrumente, wie zum Beispiel REKOLE® bei den Spitälern und Kliniken, werden aber nach wie vor ungenügend genutzt. Warum?

Messen Sie sich mit den Besten

Die Keller Unternehmensberatung AG verfügt über vielfältige Erfahrungen im Benchmarking von Spitälern, Kliniken, Psychiatrien sowie Alters- und Pflegezentren. Die Benchmarks beinhalten vielfach umfassende Leistungs-, Kosten- und Ressourcenkennzahlen und erlauben, sich und seinen eigenen Betrieb sehr schnell zu positionieren. Mit HEBES Heim-Benchmarking Schweiz steht eine moderne Internet-Lösung zur Verfügung.

Machen Sie die Prozesse schlank und sicher

Die erfolgreiche Optimierung der Prozesse scheitert nicht an der Wahl der Managementmethode. Wichtiger sind: Engagement des Managements, Zielklarheit, verbindliche Verantwortlichkeiten, echte Verfügbarkeit der Schlüsselpersonen, konstruktive Kooperation zwischen den Bereichen, eine gute Kommunikation, Einbezug der Betroffenen, professioneller Einsatz von Instrumenten zur Prozessanalyse und das konsequente Messen der Resultate.

ICT-Strategie entwickeln und umsetzen

Mit einer Abstützung der ICT-Strategie auf die Unternehmensstrategie stellen Sie sicher, dass die Mittel wirkungsvoll und auf das Business ausgerichtet eingesetzt werden. Die Strategie legt den Grundstein für die zu realisierenden Weiterentwicklungen, neue Projekte oder Optimierung der Infrastruktur.

Projekt- und Projektportfolio-Management

Projekte sauber strukturiert abzuwickeln bedingt Erfahrungen im Projektmanagement. Voraus geht immer die Erarbeitung eines klaren, verbindlichen Projektauftrages (Projektcharter). Unsere Berater verfügen über hohe Kompetenzen im Projektmanagement und Projektcontrolling, nicht nur von ICT-Projekten.

Qualität ist unser Credo

Keller Unternehmensberatung Qualität