Die Umfrage untersucht die Nutzung, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven von internen Pflegepools in Gesundheitsinstitutionen. Insgesamt nahmen bis Mitte Mai 42 Organisationen teil, aktuell überwiegend Alters- und Pflegeheime. Rund 2/3 davon nutzen bereits einen Pflegepool, 1/3 hat keinen Pool, plant aber teilweise den Aufbau eines solchen.
Die Hauptgründe für das Fehlen eines Pflegepools sind laut dieser Umfrage: fehlende personelle Ressourcen, hoher organisatorischer Aufwand, fehlendes Know-how oder fehlender Bedarf. Diese Institutionen setzen stattdessen auf externe Temporärbüros, interne Einspringmodelle, pensionierte Mitarbeitende und flexiblere Arbeitszeitmodelle.
Die Erfahrungen der Institutionen, welche einen Pflegepool nutzen, sind überwiegend positiv. Das heisst, 96 % beurteilen den Pool als positiv oder eher positiv. Als Hauptgründe werden das Abdecken von kurzfristigen Personalausfällen, die Reduktion von externen Temporärkräften sowie die Möglichkeit der flexiblen Einsatzplanung genannt.
Die meisten der untersuchten Pflegepools bestehen aus Mitarbeitenden im Stundenlohn oder mit einem Abrufvertrag. Teilweise bestehen auch ergänzende Poolfunktionen innerhalb von bestehenden Teams. Als Erfolgsfaktoren für einen Pflegepool werden die flexiblen Einsatzmodelle, die gute Einführung und Begleitung sowie eine klare Kommunikation, verbindliche Regelungen und faire Bedingungen genannt.
Als Herausforderungen bei der Einführung und dem Betrieb eines Pflegepools wurden folgende Faktoren von den Institutionen genannt: Die Einsatzplanung und der damit verbundene organisatorische und administrative Aufwand werden als hoch eingestuft. Die Integration der Pool-Mitarbeitenden sowie die Qualität der Arbeit müssen sichergestellt werden. Ausserdem müssen Mitarbeitende verbindlich verfügbar sein. Weiter war es den befragten Betrieben wichtig, dass die Stammteams nicht benachteiligt wurden und die Pool-Mitarbeitenden eine gute Einarbeitung sowie eine HR- Begleitung erfahren dürfen.
Für Pool-Mitarbeitende besteht der Anreiz in flexiblen Arbeitszeiten, bevorzugter Einsatzplanung sowie Einspringprämien oder ähnlichen Zulagen. Zudem bieten einige Institutionen höhere Stundenlöhne, zeitnahe Kompensationsmöglichkeiten und die Möglichkeit der Teilnahme an Teamanlässen.
Das Idealbild eines Pflegepools zeichnet sich laut den teilnehmenden Institutionen durch eine hohe Flexibilität, einen guten Skill-Grade-Mix, eine genügend grosse Poolgrösse sowie Mitarbeitende mit Kenntnissen der Institution und schnellen Reaktionsfähigkeiten bei kurzfristigen Ausfällen aus.
Zur Förderung der Identifikation mit dem Unternehmen setzen die Institutionen auf die Gleichbehandlung mit den Festangestellten, bspw. bei Benefits und der Teilnahme an Teamevents. Ebenso werden die enge Führung und eine klare Kommunikation als entscheidend bezeichnet. Trotzdem wird die emotionale Bindung teilweise als schwieriger eingeschätzt als bei Festanstellungen. Die Mehrheit der Befragten sieht interne Pflegepools als notwendig für einen stabilen Betrieb, mit zunehmender Bedeutung im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel und dem Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen.
Fazit: Der Zwischenstand zur Umfrage zeigt deutlich, dass interne Pflegepools von den meisten Institutionen als wertvolles Instrument zur Sicherstellung der Versorgung angesehen werden. Besonders wichtig sind Flexibilität, gute Organisation und faire Rahmenbedingungen. Gleichzeitig erfordert ein erfolgreicher Pool klare Strukturen, professionelle Koordination und eine sorgfältige Integration der Mitarbeitenden.