Datenbasierte Entscheidungsunterstützung hat in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen. BI-Lösungen sind ein wichtiger Teil davon. Sie sammeln Daten aus verschiedenenQuellen und bereiten diese in leicht verständlichen Berichten, Dashboards und Visualisierungen auf. Damit helfen sie dem Anwender nicht nur bei der Entscheidungsfindung, sondern auch dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen. Eine Umfrage der Keller Unternehmensberatung AG zeigt eine Übersicht über den aktuellen Stand, Erwartungen und Herausforderungen der Spitäler und Kliniken im Umgang mit Business Intelligence.
BI-Landschaft heute
An der Umfrage haben 31 Spitäler aus dem Akut-, Psychiatrie- und Reha-Bereich teilgenommen. Die Bettenzahl der teilnehmenden Organisationen reicht von weniger als 50 bis zu mehr als 700.
Beinahe alle befragten Spitäler haben ein BI-System im Einsatz. Die grosse Mehrheit verwendet eines oder wenige BI-Systeme. Die Grösse der teilnehmenden Spitäler hat gemäss dieser Umfrage keinen Einfluss auf die Anzahl der verwendeten Systeme.
Die in den BI-Systemen genutzten Daten stammen primär aus dem ERP-, dem KIS- und dem PEP-System, wobei die am häufigsten genannten Quellen (in absteigender Reihenfolge) die Betriebsbuchhaltung, die Finanzbuchhaltung, die Patientenadministration und die Leistungserfassung sind.
Am meisten werden Ad-hoc- und Standard-Reports generiert. KI-basierte Funktionen werden im Zusammenhang mit BI-Lösungen erst von einem der befragten Spitäler benutzt. Bei der Frage nach der Häufigkeit der Nutzung antwortete die Mehrheit der befragten Spitäler, dass das Finanzcontrolling typischerweise die Daten täglich, das Medizincontrolling wöchentlich und GL, HR, Pflege und Ärzteschaft in der Regel monatlich die Daten nutzen.
Roadmap Business Intelligence und Digitalisierung
BI-Lösungen helfen gemäss Umfrage vor allem dabei, die Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Sie unterstützen die Entscheidungsträger im operativen Bereich (beispielsweise im Kapazitätsmanagement oder im Lagermanagement) wie auch im Personalmanagement. Und es sind auch diese Bereiche, in welchen das grösste zukünftige Potenzial gesehen wird.
Insgesamt versprechen sich die befragten Spitäler von BI-Tools über alle Einsatzbereiche hinweg einen Nutzenzuwachs.46 % der Spitäler gaben an, dass sie KI, inkl. der Integration von KI-Chatbots (um gezielte Fragen stellen zu können), als «eher wichtig» bei der Weiterentwicklung von BI-Lösungen betrachten. 29 % der befragten Spitäler erachten Fortschritte im Bereich KI sogar als bedeutungsvoll für die BI-Systeme.
Da die Bedeutung von BI-Lösungen weiter zunimmt, ist es nicht verwunderlich, dass die grosse Mehrheit der befragten Spitäler in den nächsten drei Jahren Massnahmen in diesem Bereich plant. Die meisten Massnahmen drehen sich um die Erhöhung der Automatisierung in der Datenverarbeitung und die Einbindung weiterer Datenquellen in die bestehende BI-Lösung.
Als grösste Herausforderungen bei der Einführung oder Weiterentwicklung von BI-Lösungen wurden die Befähigung der Nutzer, der Aufbau einer Unternehmenskultur zur Nutzung von Daten, sowie fehlende personelle und finanzielle Ressourcen genannt.


Fazit
BI-Systeme sind in Schweizer Spitälern breit im Einsatz. Ausgewertet werden primär Daten aus dem ERP- und dem KIS-System. Die Aufbereitung findet vor allem entlang von Standardreports und Ad-hoc-Reporting statt. KI wird aktuell von der grossen Mehrheit noch nicht verwendet. Es wird jedoch erwartet, dass KI im Kontext von Business Intelligence zunimmt. Potenzial sehen Spitäler vor allem in Kostensenkungen, Effizienzsteigerungen und operativer Optimierung. Im Bereich BI investieren Spitäler vorwiegend in die Erhöhung der Automatisierung und die Einbindung weiterer Datenquellen.