Interimsmanagement als Chance für einen Kulturwandel?

Unternehmen stehen heute vor vielfältigen und komplexen Herausforderungen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn ein Führungswechsel in eine Zeit von Krisen und internen Konflikten fällt. Solche Phasen sind oft von hoher Fluktuation, Unsicherheit und Ängsten bei den Mitarbeitenden geprägt. Mit dem Blick von aussen und aktiver Involvierung kann das Interimsmanagement zur Stabilisierung beitragen.

Faktoren wie fehlende Anerkennung, mangelhafte Kommunikation, unklare Strukturen und vage Zielvorgaben können dazu führen, dass sich Mitarbeitende von ihrem Arbeitsumfeld entfremden. Dies trifft insbesondere zu, wenn Führungswechsel nicht begleitet werden oder Führungslücken entstehen. Unsicherheiten können sich auf die Kultur auswirken, was eine Eigendynamik unter den Mitarbeitenden verursachen kann, die nicht immer mit den Unternehmenszielen im Einklang steht.

Die Rolle der Führung
Führungspersonen spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Unternehmenskultur. Eine unklare Führungsstruktur kann dazu führen, dass Mitarbeitende versuchen, die entstandenen Lücken selbst zu füllen. Dies birgt das Risiko der Entstehung informeller Machtgefüge und «Seilschaften», die das Vertrauen untergraben und die Zusammenarbeit behindern. Diese Gruppen können eigene Normen und Werte entwickeln, die im Widerspruch zu den übergeordneten Zielen der Organisation stehen und die Unsicherheit weiter nähren.

Schritte zu einer positiven Entwicklung
Um eine positive Arbeitskultur zu entwickeln, müssen Führungspersonen die bestehenden Strukturen kritisch hinterfragen. Eine proaktive Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle, den Führungsstrukturen und Verantwortlichkeiten ist unerlässlich. Folgende Ansätze können hierbei einen positiven Wandel bewirken:

  • Klärung und Etablierung von Führungsstrukturen: Eine klare Definition von Prozessen, Funktionen,
    Verantwortlichkeiten und Aufgaben schafft Transparenz und Orientierung.
  • Schaffung eines sicheren Raums: Mitarbeitende benötigen einen sicheren Rahmen, um ihre Meinungen und Bedenken frei äussern zu können. Dies kann durch regelmässige, offene Gespräche gefördert werden, bei denen Führungskräfte aktiv zuhören und Rückmeldungen ernst nehmen.
  • Vorleben von Transparenz: Offenheit bei Entscheidungsprozessen stärkt das Vertrauen. Indem
    Führungskräfte darlegen, wie und warum Entscheidungen getroffen werden, reduzieren sie Misstrauen und Unsicherheit.
  • Partizipation fördern: Das Einbeziehen von Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse stärkt das
    Gefühl der Zugehörigkeit. Workshops oder Teammeetings, in denen alle Stimmen gehört werden,
    können die aktive Mitgestaltung der Unternehmenskultur fördern.

Der Wandel zu einer positiven Arbeitskultur ist ein langfristiger Prozess, der ein Umdenken auf allen Ebenen erfordert. Die entscheidende Rolle der Führung kann nicht genug betont werden. Führungspersonen sind gefordert, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Mitarbeitende nicht nur sicher fühlen, sondern auch aktiv zur Gestaltung ihres Arbeitsumfelds beitragen können. Nur so können Organisationen das volle Potenzial ihrer Mitarbeitenden ausschöpfen und eine innovative, zukunftsfähige Kultur fördern, die auf Vertrauen, Respekt und Zusammenarbeit basiert. Ein mutiger Schritt in Richtung einer angstfreien Kultur kann die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und den Unternehmenserfolg nachhaltig sichern.

Die Chance des Interimsmanagements
Ein Interimsmanagement bietet die Chance, einen Beitrag zu einer positiven Arbeitskultur zu leisten:

  • Aktives Zuhören und Empathie: Indem die Perspektiven der Mitarbeitenden geschützt werden,
    wird nicht nur ein besseres Verständnis für die zugrunde liegenden Ursachen ermöglicht, sondern
    es entsteht auch Vertrauen. Dieses Vertrauen wird entscheidend sein, um eine Kultur der offenen
    Kommunikation zu fördern und die Mitarbeitenden zu ermutigen, ihre Bedenken zu äussern.
  • Analyse der Ursachen: Die Fähigkeit, die Ursachen unklarer Führungsstrukturen, Resignation und
    Unsicherheit rasch zu erkennen und zu analysieren, ist essenziell für die Entwicklung effektiver Lösungsansätze.
  • Initiierung von Kulturveränderungen: Ein gezielter Ansatz zur Förderung von Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und einer Dialogkultur kann nachhaltige Veränderungen anstossen.
  • Strategische Unterstützung: Die Unterstützung der Massnahmen durch die strategische Ebene
    (Vorstand, Geschäftsführung) ist entscheidend für den Erfolg.
  • Nahtlose Übergabe: Eine systematische Aufbereitung der Analyseergebnisse und Entwicklungsthemen ermöglicht eine reibungslose Übergabe an die Nachfolgeregelung. Dies stellt sicher, dass die angestossenen Prozesse weitergeführt und der Kulturwandel nachhaltig gefördert werden kann.

Ein Interimsmanagement bietet eine wertvolle Möglichkeit, in komplexen und kritischen Phasen einen Impuls für einen positiven Kulturwandel in Gang zu setzen.

Erfahrungsbericht aus der Praxis:

Jacqueline Fürer, Präsidentin Stiftungsrat

«In der Krise hat sich gezeigt, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen der ad-interim Leitung, der Heimkommission und dem Stiftungsrat sehr wichtig war. Als Bindeglied beider Kommissionen stand ich vor der Herausforderung, beiden Gremien gerecht zu werden. Diese partnerschaftliche Abstimmung bildete jedoch die Grundlage für eine klare Haltung gegenüber Medien, Angehörigen, Behörden und stärkte das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Führung. Ein wichtiger Bausteinwährend der gesamten Phase der ad interim-Leitung war der Informationsfluss zwischen den beiden Gremien. Durch transparente Kommunikation konnten Unsicherheiten und Unklarheiten reduziert und ein kohärentes Vorgehen sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig galt es, die bereits eingeleiteten Massnahmen zu stabilisieren, damit deren Wirkung entfaltet werden konnte. Um zukünftig besser und schneller zu reagieren, sollten zielgerichtete Aufgaben an die Personen der Heimkommission bzw. des Stiftungsrats vergeben werden, wie zum Beispiel spezifische Ansprechpersonen für Pflege, Verwaltung, Hotellerie, Hausdienst und weitere Bereiche. Durch gezielte Personalressourcen werden die Qualität der Versorgung und der organisatorische Betrieb nachhaltig gestärkt. Insgesamt bietet der Kulturwandel die Chance, Vertrauen, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein zu verankern, Strukturen zu optimieren und die Zusammenarbeit so auszurichten, dass Mitarbeitende, Leitung und Gremien gemeinsam eine zukunftsfähige, stabile und vertrauensbasierte Arbeitskultur gestalten.»

Dercio Soares, Heimleitung

«Im Rahmen des Ad Interims durch Florian Koch, Keller Unternehmensberatung AG, wurde eine umfassende Analyse des Ist-Zustands vorgenommen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sowie die initiierten Veränderungsprozesse decken sich in ihrer Gesamtheit mit meiner persönlichen Einschätzung. Die angestossenen Entwicklungen werden künftig in enger Zusammenarbeit mit den Bereichsleitungen partizipativ weitergeführt, um die angestrebten Changeprozesse nachhaltig zu begleiten und erfolgreich zu etablieren. Gemeinsam mit den Stiftungsräten und der Heimkommission wird eine bedarfsorientierte Strategie erarbeitet, die sich an den aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Anforderungen orientiert. Ziel ist es, das Jakobushaus zukunftssicher aufzustellen und als verlässliche Institution im Bereich der Alters- und Pflegebetreuung zu stärken. Ein zentrales Anliegen ist es, das Jakobushaus als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren, der eine professionelle und zugleich familiäre Atmosphäre bietet. Durch gezielte Massnahmen in den Bereichen Führung, Verantwortlichkeiten, Prozessklarheit, Kommunikation und Personalentwicklung soll das Haus wieder zu seinem früheren Glanz zurückfinden und eine wertschätzende, motivierende Arbeitskultur fördern.»

Stiftung Jakobushaus

Die «Mutschler-Schaffner Stiftung Jakobushaus» in Thürnen ist Trägerin des Heims. Die Gründung der Stiftung geht auf die Schenkung von Land und Hof des kinderlosen Ehepaares Babette und Jakob Mutschler-Schaffnerin den 70erJahren zurück. Sie kam auf Anregung des damaligen Regierungsrates Lejeune und mit Initiative des «Vereins für evangelische Altersheime im Baselbiet» zustande. Mitte der 90er Jahre beteiligten sich die Gemeinden Thürnen, Diepflingen und Böckten. Diese sind heute zusammen mit der evangelisch-reformierten Kirche im Stiftungsrat vertreten.

Im Jakobushaus bieten wir betagten Menschen ein Leben mit möglichst grosser Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Sie werden als Persönlichkeit ernst genommen und in ihrer Eigenständigkeit unterstützt und gefördert. Bei Krankheit, Gebrechlichkeit und Verwirrtheit betreuen und begleiten wir sie individuell und in Würde bis zu ihrem Lebensende. Als Alters- und Pflegeheim bieten wir 58 Seniorinnen und Senioren ein neues Zuhause.

www.jakobushaus.ch

Keller Unternehmensberatung AG

Unsere Beraterinnen und Berater verfügen alle über eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung sowie eigene Branchenerfahrung. Zahlreiche Projekte und Beratungsaufträge entwickeln unser Know-how und unsere Kompetenz kontinuierlich weiter. Wir verfolgen zudem die Entwicklungen der Branche, um frühzeitig neue Trends und Anforderungen aufnehmen zu können.

Qualität für unsere Kunden

Die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser oberstes Ziel. Wir legen Wert auf eine hohe Qualität unserer Beratungsleistungen und Produkte. Unsere Firma ist seit über 10 Jahren ISO-zertifiziert und arbeitet ständig daran, ihre Prozesse und Beratungsleistungen weiter zu verbessern.

Unternehmensstrategie systematisch gestalten

Die Erarbeitung einer nachhaltigen Strategie ist unabdingbar, wenn sich das Unternehmen nicht zufallsgetrieben entwickeln soll. Eine transparente Ausgangslage, ergänzt z.B. durch eine Einschätzung durch die VR- und GL-Mitglieder mit einer Online-Umfrage, bildet die Basis für die folgende kreative Entwicklungsarbeit.

Wirkungsvolle Unternehmenssteuerung

Die Etablierung eines zeitgemässen Budgetprozesses, der Aufbau eines etwas bewegendes Controllings und Reportings gehören zu den Basisinstrumenten der finanziellen Führung. Verschiedene anerkannte Instrumente, wie zum Beispiel REKOLE® bei den Spitälern und Kliniken, werden aber nach wie vor ungenügend genutzt. Warum?

Messen Sie sich mit den Besten

Die Keller Unternehmensberatung AG verfügt über vielfältige Erfahrungen im Benchmarking von Spitälern, Kliniken, Psychiatrien sowie Alters- und Pflegezentren. Die Benchmarks beinhalten vielfach umfassende Leistungs-, Kosten- und Ressourcenkennzahlen und erlauben, sich und seinen eigenen Betrieb sehr schnell zu positionieren. Mit HEBES Heim-Benchmarking Schweiz steht eine moderne Internet-Lösung zur Verfügung.

Machen Sie die Prozesse schlank und sicher

Die erfolgreiche Optimierung der Prozesse scheitert nicht an der Wahl der Managementmethode. Wichtiger sind: Engagement des Managements, Zielklarheit, verbindliche Verantwortlichkeiten, echte Verfügbarkeit der Schlüsselpersonen, konstruktive Kooperation zwischen den Bereichen, eine gute Kommunikation, Einbezug der Betroffenen, professioneller Einsatz von Instrumenten zur Prozessanalyse und das konsequente Messen der Resultate.

ICT-Strategie entwickeln und umsetzen

Mit einer Abstützung der ICT-Strategie auf die Unternehmensstrategie stellen Sie sicher, dass die Mittel wirkungsvoll und auf das Business ausgerichtet eingesetzt werden. Die Strategie legt den Grundstein für die zu realisierenden Weiterentwicklungen, neue Projekte oder Optimierung der Infrastruktur.

Projekt- und Projektportfolio-Management

Projekte sauber strukturiert abzuwickeln bedingt Erfahrungen im Projektmanagement. Voraus geht immer die Erarbeitung eines klaren, verbindlichen Projektauftrages (Projektcharter). Unsere Berater verfügen über hohe Kompetenzen im Projektmanagement und Projektcontrolling, nicht nur von ICT-Projekten.

Qualität ist unser Credo

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