Mit der Einführung von SpiGes sollen Statistikdaten nur einmal und integriert geliefert werden. Im SpiGes-Datensatz sind deshalb hierzu Daten unterschiedlichster Herkunft enthalten: Diagnosen und Prozeduren, Personaldaten, sowie Daten aus der Finanzbuchhaltung und der Fallkostenrechnung. SpiGes lässt wohl Teillieferungen zu. Dabei sind aber am Schluss fallbezogene Daten über die Fallnummer zusammenzuführen. Nachfolgende Denkanstösse können bei der Weiterentwicklung dieses Datenverarbeitungsprozesses helfen.
Datenexport aus der BI-Lösung
Eine von uns durchgeführte Umfrage (vgl. Informativ Nr. 44, Dezember 2025) hat gezeigt, dass BI-Systeme in Schweizer Spitälern breit im Einsatz sind. Verschiedenste Anspruchsgruppen, wie zum Beispiel das Medizin- und Finanzcontrolling oder auch die GL nutzen die in Berichten aufbereiteten Daten von BI-Lösungen, welche zu einem Grossteil aus ERP- und KIS-Systemen stammen. Sind die Daten, welche für den SpiGes-Export benötigt werden bereits im BI-System vorhanden, dann ist ein Export aus diesem System naheliegend.
Vorteile bei diesem Ansatz sehen wir darin, dass die verwendeten Reports und der SpiGes-Datensatz über das BI bereits integriert werden können. Diese zentrale Datenaufbereitung schafft Daten-Transparenz und die Fachbereiche können mittels anwendungsgerechten Reports die SpiGes-Daten vor dem Export kontrollieren.
Herausforderungen sehen wir vor allem in der Schnittstellenpflege, die nicht unterschätzt werden darf. Gerade die Übernahme von Strukturdaten (zum Beispiel Konten, Kostenstellen, Kostenträger) kann bei Veränderungen in den Basissystemen herausfordernd und zeitintensiv sein. Weiter kann es zu Zeitverzögerungen zwischen den Auswertungen in den BI- und den Basissystemen kommen. Abstimmungen können schwierig und zeitintensiv sein, da Fehler sowohl in der Aggregation, als auch in den Basissystemen auftreten können. Datenaufbereitungsprozesse sind daher sauber und systematisch abgestimmt aufzubauen.
Datenexport aus dem Basissystem
Soll der SpiGes-Datenxport aus dem Basis-System, typischerweise dem ERP stattfinden, werden in der Regel Exportschnittstellen angeboten und im Vergleich zum Datenexport aus BI-Lösungen sind insgesamt weniger Schnittstellen zu pflegen. Zudem liefern die meisten ERPs die Exporte standardisiert mit, die Lizenzierung entsprechender Module ist inklusive Berücksichtigung des Pflegeaufwands der Schnittstellen in der Regel weniger kostenintensiv.
Abstimmungen sind im Vergleich zum Spiges-Export ab BI in der Regel technischer, da die Basis-Systeme zum heutigen Stand vor allem die Aufbereitung des Datensatzes im Fokus haben. Oft fehlt es im Gegensatz zum BI-Setting an ergänzenden Analyseanwendungen.
Fazit
Per heutigem Stand bieten viele ERPs keine Möglichkeit zur systematischen Prüfung des Datensatzes auf Vollständigkeit, so dass erst nach Ablieferung der Daten ersichtlich wird, ob die Datensätze vollständig zusammenpassen und die Kostenrechnung im generierten ITAR_K aufgeht. Hier wäre wünschenswert, wenn ERP-Anbieter ergänzende Lösungen implementieren würden, um Prüfungen bereits intensiver an der Quelle anstelle im Zielsystem (das heisst der SpiGes- Plattform) tätigen zu können. Im BI-Umfeld bestehen hier mehr Möglichkeiten zum Aufbau der Auswertungsstrukturen, müssen aber in der Regel individuell definiert und gepflegt werden.
Es empfiehlt sich, unabhängig vom gewählten Weg, die Datenkonsistenz und Vollständigkeit End-to-End zu validieren, bevor die Daten auf die Plattform des Bundes geladen werden, um iterative Korrekturen vermeiden zu können. Da oft auch die saubere Trennung der ambulanten Angebote eine Herausforderung darstellt, ist zu prüfen, ob vorgelagert bereits in der Kontierung oder beim Fallmanagement Massnahmen getroffen werden können, die eine einfache Separierung der Tarifwerke unterstützen.
Gerne unterstützt die Keller Unternehmensberatung AG bei der Prüfung und Optimierung der Aufberei- tungswege, ob direkt im ERP oder via BI, inkl. möglichen Optimierungen in der Datenabstimmung.
Mit diesem Beitrag verabschiedet sich Daniel Spiess von der Keller Unternehmensberatung AG. Wir danken ihm für die Zusammenarbeit und wünschen für die Zukunft alles Gute.