Umgang mit den medizinischen Qualitätsindikatoren

Aufgrund von Art. 59a KVG sind alle Pflegeinstitutionen verpflichtet, medizinische Qualitätsindikatoren (MQI) zu erheben und diese den zuständigen Bundesbehörden zu melden. Der Branchenverband CURAVIVA von ARTISTET haben zusammen mit dem Verband senesuisse und seit 2009 gemeinsam mit dem Institut für Pflegewissenschaften Basel, (INS), dem BAG, dem BFS und der GDK medizinische Qualitätsindikatoren für den Langzeitbereich entwickelt. Seit 2019 sind die Pflegeheime verpflichtet die MQI zu erheben und zu melden. Wie steht es um die Aktivitäten in den Pflegeinstitutionen zu den MQI?

Qualitätsmessungen national durchzuführen ist an sich nichts Neues. Um die im KVG festgehaltenen Qualitätssicherung effizient umsetzten zu könnten, wurde hierzu 2009 der ANQ (Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken) gegründet. Alle Leistungserbringen im stationären Bereich der Akutsomatik, der Rehabilitation und der Psychiatrie, welche dem erarbeiteten Qualitätsvertrag beigetreten sind, waren sogleich verpflichtet die definierten Qualitätsmessungen durchzuführen und die Ergebnisse zu melden, welche anschliessend durch den ANQ publiziert wurden.

Seit Beginn der Erhebungen gibt es neben positiven auch kritische Stimmen. Sind die erhobenen Daten
wirklich massgebend? Können die Daten trotz Risikoadjustierung miteinander verglichen werden? Braucht
es weitere Kennzahlen? Und inwiefern können die definierten Qualitätsindikatoren durch die Leistungserbringen beeinflusst werden?

Seit 2019 werden die definierte MQI in der Langzeitpflege erhoben, dies erfolgt über die Pflegebedarfsinstrumente oder teilweise über die Pflegedokumentation. Eine erste Publikation der Ergebnisse hat es für die Jahre 2019 und 2020 durch das BAG auf Kantonsebene gegeben. Aufgrund von Unsicherheiten rund um die Datenerhebung, fehlender Umsetzung der Risikoadjustierung, sind die Daten jedoch noch nicht vergleichbar.

Aktuell werden folgende Qualitätsindikatoren erhoben:

• Bewegungseinschränkende Massnahmen
– Prozentualer Anteil an Bewohner/innen mit täglicher Fixierung des Rumpfes oder mit Sitzgelegenheit, die die Bewohner/innen am selbstständigen Aufstehen hindert in den letzten 7 Tagen.
– Prozentualer Anteil an Bewohner/innen mit täglichem Gebrauch von Bettgittern und anderen
Einrichtungen an allen offenen Seiten des Bettes, welche Bewohner/innen am selbständigen Verlassen des Bettes hindern, in den letzten 7 Tagen.

• Mangelernährung
– Prozentualer Anteil an Bewohner/innen mit einem Gewichtsverlust von 5% und mehr in den letzten
30 Tagen oder 10% und mehr in den letzten 180 Tagen

• Polymedikation
– Prozentualer Anteil an Bewohnenden, die in den letzten 7 Tagen 9 und mehr Wirkstoffe einnahmen

• Schmerzen
– Selbsteinschätzung: Der prozentuale Anteil der Bewohnenden, die in den letzten 7 Tagen täglich
mässige und mehr Schmerzen angaben oder nicht täglich sehr starke Schmerzen.
– Fremdeinschätzung: Prozentualer Anteil der Bewohner/innen, die in den letzten 7 Tagen täglich mässige und mehr Schmerzen zeigten oder nicht täglich sehr starke Schmerzen.

Quelle: Curaviva, Qualitätsindikatoren für die stationäre Langzeitpflege – Übersicht

Wie leicht zu erkennen ist, müssen die Indikatoren auch in den Kontext zum Schwerpunkt der betrachteten Institution gesetzt werden: Ein klassisches «Altersheim» mit tieferer Pflegestufe und noch deutlich höherer Lebenserwartung der Bewohnerinnen und Bewohner wird in einzelnen Dimensionen (bspw. Medikation, Schmerz) möglicherweise ganz andere Prozentwerte zeigen als ein «Pflegeheim» mit Fokus auf Schwerstpflege und palliative Situationen.

Je nach verwendeter Q-Systeme und Anforderungen der Kantone erfolgt zudem die Erhebung der Indikatoren mehr oder weniger systematisch.

Trotz allem ergeben sich durch die Erhebung von MQI auch Chancen. Institutionen erhalten durch die MQI Hinweise zu möglichen Verbesserungen, auch durch die geplanten Betriebsvergleiche. Ziel jeder Institution sollte es sein, die Daten nicht nur zu erfassen, sondern der Institution angepasst mit den Daten zu arbeiten und Qualitätsentwicklungen anzustossen und somit einen weiteren Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten. Schlussendlich kommen Verbesserungen in den Indikatoren vor allem den Bewohnerinnen und Bewohner zu Gute. Dabei sollte das interne Qualitätsmanagement sich nicht auf die genannten Indikatoren beschränken, sondern weitere, aus Sicht der Institution relevante Kennzahlen mitaufnehmen und systematisch erheben. Die Erhebung dient auch der Steuerung und Überwachung der Qualität im Betrieb und Veränderungen können auch ein Indiz sein für Schulungsbedarf oder
Überlastung der Mitarbeitenden.

Folgende Fragen sollten sich die Institutionen stellen:

• Aktueller Stand Implementierung Q-System?
– Was haben wir für Daten, wie werden diesen erfasst?
– Wie stellen wir die Erfassung und die Datenqualität sicher? Haben wir interne Kontrollmechanismen?

• Sind wir im Stande Verbesserungsmassnahmen nachzuweisen? Haben wir einen PDCA Zyklus verankert?
– Was haben wir bisher mit den Daten gemacht?
– Haben wir Hinweise für Verbesserungen? Wie gehen wir damit um?
– Erfassen wir die Wirkung definierter Massnahmen?

• Kommunikation
– Wie gehen wir mit den Ergebnissen um?
– Wie proaktiv und transparent kommunizieren wir unsere Ergebnisse im Betrieb, den Mitarbeitenden, den Angehörigen gegenüber etc.

Langzeitinstitutionen sollten sich vorbereiten

Bei Spitälern und Kliniken werden die Qualitätsindikatoren bereits heute pro Haus veröffentlich und können direkt online verglichen werden. Es ist davon auszugehen, dass auch die Daten der Heime irgendwann publiziert werden. Entsprechend empfiehlt sich die frühzeitige Auseinandersetzung mit den eigenen Daten im Vergleich zu denen in einer ErFa-Gruppe oder über den Kantonalverband. Jede Institution kann sich so fit machen, um Bewegungen in den Indikatoren zu erklären und diese sowie weitere Qualitätskennzahlen zu entwickeln und damit einen Beitrag zur Steigerung der Qualität in Langzeitinstitutionen zu leisten.

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