Warum das Liquiditätsmanagement in Spitex-Organisationen zunehmend an Bedeutung gewinnt und der Bedarf an Liquidität wächst

Warum das Liquiditätsmanagement in Spitex-Organisationen zunehmend an Bedeutung gewinnt und der Bedarf an Liquidität wächst

Im Rahmen diverser Beratungsmandate durften wir feststellen, dass verschiedenste Spitex-Organisationen knapp mit liquiden Mitteln ausgestattet und zum Teil auch in Liquiditätsengpässe geraten sind, die durch Dritte, insbesondere die Gemeinden, ausgeglichen werden mussten. Diese Entwicklung ist nicht überraschend.

Mittelfluss in der Spitex
Im Geldfluss gestalten sich Spitex-Organisationen relativ einfach: Die Zuflüsse resultieren hauptsächlich aus den Abrechnungen der erbrachten Leistungen, wobei in der Regel monatlich nach deren Erbringung abgerechnet wird, typischerweise mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen. Für die Restkostenfinanzierung bestehen zum Teil unterschiedliche Regelungen (Vorauszahlung, quartalsweise Begleichung). Bei den Versicherungen bestehen im Falle von Rückweisungen Risiken einer Verzögerung in der Zahlung, abhängig von der beidseitigen Bearbeitungsgeschwindigkeit.

Im Abfluss von Mitteln treibend sind die Personalkosten. Diese machen typisch rund 85 % der Gesamt- kosten einer Spitex-Organisation aus, die übrigen 15 % verteilen sich schwerpunktmässig hauptsächlich auf Verwaltungskosten, Mieten und Kosten der Mobilität, welche eher fixer Natur sind.

Wachstum als Treiber für Liquiditätsengpässe
In der Schweiz sind die Leistungen bei den Spitex- Organisationen in den letzten Jahren im Schnitt um rund 6 % pro Jahr gewachsen, von 2023 auf 2024 gar um 10 %. Um das Wachstum stemmen zu können, muss die Organisation vorab Kapazitäten schaffen, das heisst, Personal einstellen. Auch bei perfekt abgestimmter Rekrutierung entlang des Bedarfs resultiert durch das Wachstum eine Reduktion der Liquidität, da die Löhne im Monat der Anstellung bzw. der Leistungserbringung zu begleichen sind und die erbrachten Leistungen mit einem Zeitversatz beglichen werden. Die Tabelle veranschaulicht die Konsequenz an einem vereinfachten Beispiel einer mittleren Organisation: Ohne Wachstum, können die rund 3 Millionen CHF Personalkosten durch die Einnahmen gedeckt werden, unterjährig wird Liquidität geschaffen, um Ende Jahr den 13. Monatslohn zu begleichen. Wenn die Organisation hingegen ein Wachstum von 6 % erfährt und den Personaleinsatz optimal plant, sind Kosten und Ertrag weiter ausgeglichen. Durch den zeitlichen Versatz der Einnahmen, sinkt aber die Liquidität und es entsteht eine Lücke im Umfang von ca. 1 % der Personalkosten.

Begrenzt auf ein Jahr, ist dies nicht viel. Bei einem stetigen Wachstum über mehrere Jahre, erhöht sich die Lücke aber deutlich. Die Organisation gelangt in eine Wachstumsfalle: Auch bei kostendeckenden Tarifen und einem ausgeglichenen Ergebnis kann sie in die Zahlungsunfähigkeit geraten.

Kostendeckungsprinzip als weiterer Risikofaktor Für die KLV-Leistungen, und damit die Mehrheit der Leistungen, gilt grundsätzlich das Kostendeckungsprinzip. Das heisst, Organisationen können eigentlich nur so viel einnehmen, wie sie Kosten haben. Die Herleitung der Tarife erfolgt typischerweise auf Basis von historischen Werten. Unvorhergesehene Entwicklungen belasten damit die Liquidität und werden – wenn überhaupt – nur zeitversetzt ausgeglichen. Der Fachkräftemangel mit erhöhter Fluktuation und stärkerem Lohndruck, führte in den letzten Jahren zum Teil zu tieferer Produktivität und vor allem einem Anstieg der Lohnkosten. Auslastungsschwankungen bringen zusätzliche Unsicherheitsfaktoren auf die Liquidität. Je unplanbarer das Geschäft wird, umso grössere Reserven sind nötig, um Schwankungen abdecken zu können.

Liquidität sichern
Grundsätzlich empfehlen sich Liquiditätsreserven im Umfang der Personalkosten von 2 bis 3 Monaten zu schaffen, um den Zeitversatz Einnahmen vs. Ausgaben sicher bewältigen zu können. Bei Systemumstellungen betriebsintern oder dann im Hinblick auf EFAS, bei welchen Verzögerungen in der Abrechnung nicht ausgeschlossen sind, empfiehlt es sich, weitere Reserven vorzusehen. Neben der Schaffung einer Sockelliquidität lohnt sich auch die Prüfung, ob mit den Restkostenfinanzieren Vorauszahlungen vereinbart werden können, insbesondere während einer stärkeren Wachstumsphase.

Daneben lohnt es sich, die Liquidität kontinuierlich zu überwachen, sowohl kurzfristig als auch im Kontext der mittelfristigen Entwicklung der Leistungen, Kosten und Erträge, um strategisch die Liquidität planen zu können.

Keller Unternehmensberatung AG

Unsere Beraterinnen und Berater verfügen alle über eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung sowie eigene Branchenerfahrung. Zahlreiche Projekte und Beratungsaufträge entwickeln unser Know-how und unsere Kompetenz kontinuierlich weiter. Wir verfolgen zudem die Entwicklungen der Branche, um frühzeitig neue Trends und Anforderungen aufnehmen zu können.

Qualität für unsere Kunden

Die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser oberstes Ziel. Wir legen Wert auf eine hohe Qualität unserer Beratungsleistungen und Produkte. Unsere Firma ist seit über 10 Jahren ISO-zertifiziert und arbeitet ständig daran, ihre Prozesse und Beratungsleistungen weiter zu verbessern.

Unternehmensstrategie systematisch gestalten

Die Erarbeitung einer nachhaltigen Strategie ist unabdingbar, wenn sich das Unternehmen nicht zufallsgetrieben entwickeln soll. Eine transparente Ausgangslage, ergänzt z.B. durch eine Einschätzung durch die VR- und GL-Mitglieder mit einer Online-Umfrage, bildet die Basis für die folgende kreative Entwicklungsarbeit.

Wirkungsvolle Unternehmenssteuerung

Die Etablierung eines zeitgemässen Budgetprozesses, der Aufbau eines etwas bewegendes Controllings und Reportings gehören zu den Basisinstrumenten der finanziellen Führung. Verschiedene anerkannte Instrumente, wie zum Beispiel REKOLE® bei den Spitälern und Kliniken, werden aber nach wie vor ungenügend genutzt. Warum?

Messen Sie sich mit den Besten

Die Keller Unternehmensberatung AG verfügt über vielfältige Erfahrungen im Benchmarking von Spitälern, Kliniken, Psychiatrien sowie Alters- und Pflegezentren. Die Benchmarks beinhalten vielfach umfassende Leistungs-, Kosten- und Ressourcenkennzahlen und erlauben, sich und seinen eigenen Betrieb sehr schnell zu positionieren. Mit HEBES Heim-Benchmarking Schweiz steht eine moderne Internet-Lösung zur Verfügung.

Machen Sie die Prozesse schlank und sicher

Die erfolgreiche Optimierung der Prozesse scheitert nicht an der Wahl der Managementmethode. Wichtiger sind: Engagement des Managements, Zielklarheit, verbindliche Verantwortlichkeiten, echte Verfügbarkeit der Schlüsselpersonen, konstruktive Kooperation zwischen den Bereichen, eine gute Kommunikation, Einbezug der Betroffenen, professioneller Einsatz von Instrumenten zur Prozessanalyse und das konsequente Messen der Resultate.

ICT-Strategie entwickeln und umsetzen

Mit einer Abstützung der ICT-Strategie auf die Unternehmensstrategie stellen Sie sicher, dass die Mittel wirkungsvoll und auf das Business ausgerichtet eingesetzt werden. Die Strategie legt den Grundstein für die zu realisierenden Weiterentwicklungen, neue Projekte oder Optimierung der Infrastruktur.

Projekt- und Projektportfolio-Management

Projekte sauber strukturiert abzuwickeln bedingt Erfahrungen im Projektmanagement. Voraus geht immer die Erarbeitung eines klaren, verbindlichen Projektauftrages (Projektcharter). Unsere Berater verfügen über hohe Kompetenzen im Projektmanagement und Projektcontrolling, nicht nur von ICT-Projekten.

Qualität ist unser Credo

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren. Cookies helfen unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind. Mehr Informationen in unseren Datenschutzbestimmungen

Unbedingt notwendige Cookies

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir Ihre Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.

Drittanbieter-Cookies

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diese Webseite verwendet tawk.to, damit die Webseitenbesucher mit uns in Kontakt treten können. Der Webseitenbesucher können entscheiden, ob diese persönliche Daten preisgeben.

Diese Webseite verwendet eine LinkedIn-Integration, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.