Die Erarbeitung einer wirkungsvollen Unternehmensstrategie ist nach wie vor ein intensiver Prozess, in welchem die Trägerschaft (Verwaltungsrat, Stiftungsrat, Vorstand) und Geschäftsleitung aktiv und kreativ die Zukunft gestalten können. Die künstliche Intelligenz (KI) kann zwar bei der Datenaufbereitung unterstützen, aber eine Strategie im Gesundheits- und Sozialwesen wird weiterhin von menschlicher Intelligenz zu erarbeiten sein.
Um eine wirkungsvolle Strategie zu entwickeln und Akzeptanz im Unternehmen zu erreichen, müssen bei der Ausgestaltung einige wichtige Aspekte eingeplant werden. Ausarbeitung und Umsetzung Bereits bei der Ausarbeitung der Strategie sind alle wichtigen Personen aus Verwaltungsrat und operativer Leitung einzubeziehen. Damit soll einerseits das Fachwissen aus allen Bereichen einfliessen, anderseits ein gemeinsames Verständnis geschaffen werden, wo das Unternehmen steht und welche Ziele erreicht werden sollen. Nach Erstellung müssen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung die Strategie nicht nur überzeugend vertreten, sondern auch dafür sorgen, dass sie im ganzen Betrieb verstanden, mitgetragen und umgesetzt wird. Selbstverständlich ist dafür zu sorgen, dass die für die Umsetzung erforderlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Inhalte Für eine gute Strategie sollten folgende Qualitäten beachtet und angestrebt werden:
Fokussierung
Eine gute Strategie zeichnet sich durch eine klare Vision und fokussierte Ziele aus. Damit wird definiert, wie sich das Unternehmen auf dem Markt gewinnend positionieren will.
Wettbewerbsvorteil
Schaffung eines klaren, nachhaltigen Wettbewerbsvorteils (z.B. durch gezielte Nutzung der Stärken des Unternehmens). Auch wenn im Gesundheitswesen nicht immer ein echter Wettbewerb besteht, geht es doch darum, sich von den Mitbewerbern abzuheben.
Konsistenz
Keine widersprüchlichen Ziele. Alle Ziele müssen sich gegenseitig stützen und in dieselbe Richtung weisen.
Anpassbarkeit
Genügend Flexibilität, um sich an unvorhergesehene Entwicklungen anpassen zu können.
In den strategischen Stossrichtungen soll immer auf eine ganzheitliche Vision fokussiert werden, welche eine qualitative medizinische/pflegerische Versorgung, wirtschaftliche Stabilität und eine hohe Zufriedenheit der Kunden (Patienten, Bewohnende, Klienten) und der Mitarbeitenden ins Zentrum stellt. In einem von Personalmangel und demografischem Wandel geprägten Markt sind eine klare Positionierung und eine gute Führung unabdingbar.
Dementsprechend müssen zu folgenden Dimensionen Aussagen erarbeitet werden:
Kunde (Patienten, Bewohnende, Klienten)
- Qualität der medizinischen und/oder pflegerischen Behandlung und Betreuung
- Eingehen auf individuelle Bedürfnisse, insbesondere auch der veränderten Bedürfnisse der Babyboomer-Generation
Personal
- Attraktivität als Arbeitgeber:in
- Kompetente Führung
Wirtschaftliche Stabilität
- Diversifizierung Angebot, um Risiken besser zu verteilen
- Kooperationen und Vernetzungen, um eigene Position zu stärken
Innovation
- Strukturierte, wo möglich digitalisierte Prozesse
- Technologie-Einsatz
- Nachhaltigkeit
Verankerung
- Einbindung in die lokale Gemeinschaft (Gemeinde, usw.)
- Marketing, offene Kommunikation
Erstellung Unternehmensstrategie durch KI
Es wäre bestechend, durch künstliche Intelligenz eine Unternehmensstrategie entwickeln zu lassen. Bereits sind Angebote von Beratungsfirmen (im Ausland) aufgetaucht, welche dieses Vorgehen propagieren. Recherchen (natürlich mit KI!) zeigen einige Beschränkungen der KI bei der Strategieentwicklung:
- Fehlendes Verständnis für menschliche Nuancen: Eine Unternehmensstrategie im Gesundheits- und
Sozialbereich erfordert ein tiefes Verständnis für die menschlichen Bedürfnisse, die Würde, die Ethik, die Werte und die emotionalen Aspekte der Pflege und medizinischen Versorgung. Eine KI kann diese komplexen Faktoren nicht erfassen, da sie nicht mit Empathie ausgestattet ist und die im Prozess involvierten Personen nicht kennt. - Kreativität und Innovation: Eine innovative Strategie erfordert mehr als die Analyse von vorhandenen Daten. KI kann wohl erste Ideen generieren, aber die Konkretisierung verlangt kreatives Denken, um neue Konzepte oder einzigartige Angebote zu entwickeln, die sich von anderen Einrichtungen abheben. Diese Form der Kreativität ist für KI nicht reproduzierbar.
- Datengrundlage und Verzerrungen: KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie trainiert wurde. Auch das Gesundheits- und Sozialwesen ist im rasanten Umbruch, sodass historische Daten zu falschen Empfehlungen führen können.
- Menschliche Urteilsfähigkeit und Erfahrung: Die Leitung einer Institution erfordert menschliche
Erfahrung und situative Urteilsfähigkeit, die sich aus der Praxis und dem Umgang mit Menschen ergeben. Strategische Entscheidungen beruhen oft auf Gesprächen mit Mitarbeitenden, Angehörigen und Kunden – eine Informationsquelle, die für eine KI nicht zugänglich ist.
Eine KI kann eine wertvolle Ergänzung sein, um bestimmte Prozesse (z.B. Datenanalyse) zu verbessern. Die Entwicklung einer umfassenden Unternehmensstrategie für eine Institution im Gesundheits- und Sozialwesen bleibt jedoch eine Aufgabe, die menschliches Urteilsvermögen, Empathie und ethische Reflexion erfordert.
Fazit
In unserer Erfahrung ist die Erarbeitung einer Unternehmensstrategie ein kreativer, manchmal auch aufwendiger Prozess, in welchem die Trägerschaft (Verwaltungsrat, Stiftungsrat) und die operative Leitung gefordert sind, aufgrund der spezifischen Situation ihres Betriebes und ihrer Region bzw. Kundschaft auszuarbeiten, wohin die Reise gehen soll. Dieser Prozess trägt dazu bei, ein gemeinsames Verständnis und so eine stabile Ausgangslage für eine erfolgreiche Umsetzung zu schaffen.
Kundenstimmen zum Thema Unternehmensstrategie

André Roggli, Präsident Vorstand Gemeindeverband Pflege und Betreuung Schwarzenburgerland, Schwarzenburg:
«Pflege und Betreuung Schwarzenburgerland ist mit drei Standorten und einer Spitex-Organisation unterwegs und hat betrieblich anspruchsvolle Zeiten hinter sich. Mit der Erarbeitung der Strategie haben wir Schwerpunkte definiert, wohin wir uns entwickeln wollen.»

Marin Trninic, Präsident Vorstand Spitex Emmen, Emmenbrücke:
«Wir haben vor vier Jahren die Strategie für die Spitex Emmen mit Werner Keller entwickelt. Er hat uns wiederum, strukturiert, mit durchdachter Vorgehensweise und zielgerichtet bei der Überarbeitung und Weiterentwicklung der Strategie für die nächsten Jahre begleitet.»

Ralf Oberli, Stiftungsratspräsident Stiftung Früeling – Zentrum fürs Alter, Beringen SH:
«Nach einer erfolgreichen baulichen Erweiterung war der Zeitpunkt gekommen, die einige Jahre alte Strategie wieder zu
prüfen und zu schärfen. In einer intensiven Arbeit haben wir erfolgreich die Weichen für die Zukunft gestellt.»

Thomas Fluri, Stiftungsratspräsident Alters- und Pflegeheim Inseli, Balsthal:
«Stiftungsrat und Geschäftsleitung haben sich intensiv mit den aktuellen Herausforderungen und der Zukunft des Inseli auseinandergesetzt und unter Moderation durch die Keller Unternehmensberatung die strategischen Stossrichtungen fixiert.»