Dieter Schwarzer, Keller Unternehmensberatung AG, durfte von August 2025 bis Ende Januar 2026 die Funktion als CFO a.i. bei der Schweizerischen Epilepsie-Stiftung in Zürich (EPI) wahrnehmen. Am 1. Januar 2026 trat Michaela Schafflützel die Nachfolge als CFO beim Unternehmen an.
Sein Zuständigkeitsbereich umfasste die finanzielle Führung der EPI und ihrer verschiedenen Betriebe wie auch der Klinik Lengg AG. Der Fokus des Einsatzes lag neben der Sicherstellung des Tagesgeschäfts darin, das Finanzteam, bestehend aus 14 Mitarbeitenden, in der Übergangsphase zu begleiten. Weitere zentrale Themen waren die Fortführung des Budgetprozesses bis und mit Abnahme durch sämtliche Gremien, die Leitung des Projekts zur Einführung des ambulanten Gesamttarifs, die Steuerung der Liquidität sowie die Weiterführung verschiedener Optimierungsprojekte. Der Einsatz konnte im Januar 2026 im Anschluss an den Know-how-Transfer an die neue CFO, Michaela Schafflützel, erfolgreich abgeschlossen werden.
Frage an Marco Beng, CEO EPI

Herr Beng, die Besetzung der CFO-Stelle, einer Schlüsselfunktion in der Geschäftsleitung, konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Was waren Ihre Überlegungen, dass Sie die Funktion des CFO bis zum Arbeitsantritt der Nachfolge interimistisch führen liessen?
Der vorherige CFO hat die Stelle früher verlassen, als die neue CFO, Michaela Schalützel starten konnte. Die Finanzen der EPI sind komplex, da wir sehr viele verschiedene Finanzierungssysteme von unterschiedlichen Leistungs-auftraggebern (Kantone und Bund) im System abbilden und überwachen müssen. Da die Finanzabteilung der EPI für deren Komplexität eher knapp gehalten ist, konnten die CFO-Aufgaben nicht einfach auf eine andere Kaderperson im Finanzteam übertragen werden. Es brauchte jemanden, der den Überblick behielt.
Interview mit Michaela Schafflützel, CFO Schweizerische Epilepsiestiftung und Klinik Lengg AG

Frau Schafflützel, Sie hatten anfangs Jahr Ihre neue Funktion als CFO bei der EPI angetreten und können bereits auf die ersten Monate bei Ihrer neuen Arbeitgeberin zurückblicken. Was fällt Ihnen spontan zu Ihrer Einstiegszeit ein?
Die EPI verfügt aufgrund ihrer Vielzahl an Betrieben über sehr komplexe Finanz- strukturen. Entsprechend herausfordernd war es, sich in kurzer Zeit einen umfassenden Überblick über alle relevanten Zusammenhänge und Informationen zu verschaffen. Dies gelang nur dank der professionellen Unterstützung durch den CFO a.i., Dieter Schwarzer.
Er konnte sich innerhalb kürzester Zeit ein tiefgehendes Verständnis der gesamten Finanzlandschaft erarbeiten und überzeugte durch seine strukturierte Herangehensweise sowie seine hohe Fachkompetenz. Dadurch war es möglich, Transparenz zu schaffen, Zusammenhänge klar darzustellen und fundierte Entscheidungsgrundlagen zu erarbeiten.
Sie waren in Ihrer beruflichen Vergangenheit in unterschiedlichen Funktionen für diverse Betriebe im Gesundheitswesen tätig, mehrheitlich für Spitäler. Was unterscheidet diese Funktionen von Ihrer derzeitigen Funktion bei der EPI?
In meinen bisherigen beruflichen Funktionen im Gesundheitswesen lag mein Fokus in Bezug auf das Rechnungswesen vor allem auf den klassischen Instrumenten der Finanz-, Betriebsbuchhaltung und des strategischen Managements. Die Aufgaben bewegten sich dabei primär innerhalb klar strukturierter Organisationen mit vergleichsweise einheitlichen Finanzierungs- und Abrechnungssystemen.
Die EPI ist ein Mehrspartenunternehmen, das sich durch eine hohe organisatorische und finanzielle Komplexität auszeichnet. Aufgrund der Vielfalt der Betriebe – eine Klinik, Wohn- und Arbeitsangebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf, eine Schule, ein Jugendheim, ein Restaurant mit Seminarzentrum sowie Liegenschaften – kommen unterschiedliche Finanzierungsträger und Abrechnungssysteme parallel zur Anwendung. Dies erfordert ein wesentlich breiteres Verständnis der verschiedenen regulatorischen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Zusätzlich machen differenzierte Cost- und Profitcenter-Strukturen sowie zwei unterschiedliche Rechts- persönlichkeiten die finanzielle Steuerung besonders anspruchsvoll und gleichzeitig sehr spannend.
Über die finanzielle Perspektive hinaus zeichnen sich die EPI beziehungsweise die Klinik Lengg durch eine ausgeprägte Expertenorganisation mit zahlreichen Fachdisziplinen aus. Die Zusammenarbeit mit unter- schiedlichsten professionellen Anspruchsgruppen erweitert die Rolle deutlich über klassische Finanzfunk- tionen hinaus und verlangt ein vernetztes, interdisziplinäres Denken.
Was erachten Sie an Ihrer neuen Funktion als besonders spannend und was war bis jetzt Ihre grösste Herausforderung? Was ich an meiner neuen Funktion besonders spannend finde, ist das hohe Entwicklungspotenzial der EPI – sowohl im Hinblick auf die Angebotsstrukturen als auch auf die Modernisierung des Rechnungswesens. Die geplante Einführung eines neuen ERP-Systems macht die Tätigkeit zusätzlich sehr interessant, da sich dadurch die Gelegenheit ergibt, bestehende Strukturen zu hinterfragen, zu optimieren und neu aufzubauen. Dabei behalten wir stets den Fokus auf Digitalisierung und auf die Arbeitsentlastung der Mitarbeitenden, um effiziente und nachhaltige Prozesse zu schaffen. Eher herausfordernd war und ist die Führung aller Sparten in eigenen Mandanten.
Und noch eine letzte Frage zu den Themen der nächsten Monate – was steht bei Ihnen zuoberst auf der Prioritätenliste? An oberster Stelle steht für mich die Einführung des neuen ERP-Systems mit elektronischem Kreditorenworkflow, da dies die Basis für effizientere, transparentere und digitalisierte Prozesse schafft. Eng damit verbunden ist die Vereinfachung der Abrechnungsstrukturen zwischen den verschiedenen Sparten der Stiftung. Beide Themen hängen eng zusammen. Durch das neue System können bestehende Strukturen neu definiert und Abläufe standardisiert werden.